Von der Intensivstation in den Hörsaal

Status quo

„OK Google, wie wird ionisierende Strahlung für Strahlentherapie an Menschen erzeugt?“ „Tut mir leid, ich kann dir leider nicht weiterhelfen “. Na toll. Und jetzt? Das wäre ja auch zu einfach gewesen. Ich stehe auf der Intensivstation und der Patient, den ich betreute wurde vor kurzem im Rahmen der Tumortherapie bestrahlt. Mich interessiert wirklich wie die „Röhre“ überhaupt funktioniert damit die ionisierende Strahlung herauskommt. Wen könnte Ich denn noch Fragen? Die KollegInnen? Die ÄrtztInnen? MTRA’s vielleicht. Eventuell hilft ja auch das Internet weiter. Wahrscheinlich ist die Frage aber einfach zu technisch bzw. physikalisch. Also auf in die (Un-)Tiefen des Internets! 


Wo soll es hingehen?

Wie die Strahlung tatsächlich erzeugt wird, das konnte Ich an dem Tag leider nicht bis ins letzte Detail herausfinden. Allerdings bin Ich bei meiner Recherche auf verschiedene Studiengänge im Bereich der Medizinphysik gestoßen. Meine Neugierde für die technischen Zusammenhänge war so groß, dass ich ein paar Wochen später beim Studieninformationstag der Beuth Hochschule für Technik für den Studiengang „Physikalische Technik-Medizinphysik“ saß und begeistert zuhörte. Der Praxisbezug und der technische Aspekt waren genau das was ich mir erhofft hatte. Hier würde ich endlich eine Antwort auf meine Frage erhalten!


Das Bachelorpraktikum im HZB

Mittlerweile sind fast 3 Jahre vergangen und ich bin in meinem letzten Semester des Bachelorstudiums angekommen. Ich habe unter anderem die Grundlagen der Physik sowie mein Mathematikwissen aufgefrischt, vertieft sowie auch für mich ganz neue Zusammenhänge kennengelernt. Trotz mehrerer Jahre Berufstätigkeit nach meinem Abitur, habe Ich das Studium, nicht zuletzt aufgrund der kleinen Lehrgruppen und der für jede Frage offenen Dozenten, für spannend und im angemessenen Maße fordernd empfunden. Die Frage nach der ionisierenden Strahlung hat mich bis heute beschäftigt und vor allem die Fächer welche sich mit der Erzeugung, Wirkung und Anwendung selbiger beschäftigen, bereiten mir besonders viel Freude.

Neben Ihrem Lehrauftrag leitet Frau Prof. Dr. Denker im Helmholtz Zentrum Berlin am Standort Wannsee die Abteilung der Protonentherapie. In der Abteilung werden in Kooperation mit der Charité Patienten mit Augentumoren, im Rahmen der Strahlentherapie, mit Protonen bestrahlt. Das Kernstück der Abteilung ist eine Anlage, in der Protonen mithilfe eines Vorbeschleuniger und eines Ringbeschleunigers bis auf 68MeV beschleunigt werden. Der Protonenstrahl wird im Weiteren modifiziert und so perfekt an den Bedarf der jeweiligen Patienten angepasst.

Meine Wahl habe ich keinen Tag bereut. Das HZB bietet mir eine großartige, informationsreiche Praktikumsstelle, an welcher man als PraktikantIn optimal integriert und unterstützt wird. Dabei ist es egal, ob einem aktuell die Ideen für einen passenden Messaufbau fehlen und man einen Denkanstoß braucht oder man Probleme bei der passenden Formulierung einer Passage hat.

Meinen Wissendurst hinsichtlich der Strahlentherapie mit Protonen an Augentumoren konnte Ich stillen. Fragt sich nur wie das jetzt genau mit den anderen Methoden der Strahlentherapie funktioniert. Aber dafür gibt es ja auch noch einen Master- Studiengang!

Autorin: Jana Stückemann  Helmholtz Zentrum Berlin