Vereinigung von Medizin und Physik am Helmholtz-Zentrum-Berlin (HZB)
Neben großen Forschungsgebieten kann hier ein gelungenes Beispiel der Beschleunigerphysik zur Heilung von Augentumoren mit Protonen bestaunt werden.

Seit 1998 kam die Protonentherapie über 3500 Augentumor-Patienten mit einer Tumorkontrolle von ca. 96% zugute. Um diese gewährleisten zu können ist neben einer präzisen Bestrahlungsplanung ein komplexes System der Erzeugung und Beschleunigung von Protonen notwendig, welches durch enge Zusammenarbeit von Medizinphysik-Experten, Physikern und Ingenieuren aufrechterhalten wird.

Für die Praxisphase befasste ich mich mit dem Zyklotron, dem Hauptbeschleuniger der Anlage. Ich durfte den Beschleuniger kennenlernen, Wartungsarbeiten miterleben und Kontrollen durchführen, indem ich täglich u.a. Vakuumwerte kontrollierte. Ich durfte aber auch an neuen Ideen und Projekten mitarbeiten. Das ist der Zeitpunkt, an dem eine relativistische Rechnung auf einem Schlag relevant für eine Bauteil-Bestellung wird und man merkt, was an medizinischem Grundwissen für die Planung eines neuen Beschleunigers notwendig ist.

Während meiner ersten Tage war der Respekt vor der Anlage so groß, dass ich selbst beim Anschalten eines Lichtschalters zögerte. Das änderte sich relativ zügig. Mit den für mich neuen Aufgaben, die ich erhalten habe, und dem Vertrauen, das mir seitens der Kollegen geschenkt wurde, habe ich viel dazugelernt und bin über mich hinausgewachsen.

Da ich relativ flexibel arbeitete, durfte ich auch Einblicke in den Therapieteil selbst bekommen. Zunächst begleitete ich eine Bestrahlungsplanung, durfte beim Ausführen einer Konstanz-Prüfung dabei sein und schlussendlich auch die Therapie begleiten.

Ist das relevant für die Klausur?

Das ist die Lieblingsfrage aller Studenten während der Klausurvorbereitungen. Dazu kann ich sagen, dass alles relevant ist, und wenn nicht für die Klausur, dann für das spätere Berufsleben. Die Beuth-Hochschule für Technik hat mir alles notwendige Wissen mitgegeben, um mich mit Arbeitskollegen der Protonentherapie und anderen Wissenschaftsgebieten fachspezifisch unterhalten zu können und mich eigenständig mit einem neuen Thema zu befassen. Sehr vieles aus meinem Studium habe ich während meines Praktikums wieder erkannt. Und wenn Kleinigkeiten gefehlt haben, dann hatte man die Möglichkeit Literaturrecherche zu betreiben oder Personen vom Fach zu fragen.

Die Praxisphase am HZB hat mir noch einmal gezeigt, dass ich für mich die richtige Studienwahl getroffen habe. Es ist ein sehr abwechslungsreiches Studium, das unterschiedliche Gebiete miteinander vereint, sehr praxisnah ist und einem nach dem Abschluss viele unterschiedliche Türen öffnet.

Autor: Leyla Çölemen Protonentherapie am Helmholtz-Zentrum Berlin